Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen aktuellste Informationen und Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V. geben, sowie in komprimierter Form aktuelle Hinweise, Hintergrundberichte oder Pressemitteilungen veröffentlichen.



Wachstum der Robben- und Kormoranbestände bedroht Lebensunterhalt der Ostseefischer

Helsinki Das Wachstum der Robben- und Kormoranbestände ist verantwortlich für eine starke Bedrohung des Lebensunterhalts der Fischer in der Ostseeregion, bestätigt eine neue Studie: Die Einflüsse von Robben und Kormoranen aus der Erfahrung von gewerblichen Ostseefischern.

Ein jüngst veröffentlichte Studie des Institutes für Natürliche Ressourcen Finnlands, auf 219 Interviews mit Fischern in sechs Ländern in der Ostseeregion basierend, bestätigt dass der Einfluss von Robben und Kormoranen eine starke Bedrohung für die Sicherung des Lebensunterhalts der kleinstrukturierten Küstenfischerei darstellt.

Die Studie wurde in Kooperation mit dem Ostsee-Robben-Kormoran-Projekt, einer internationalen Kooperation von Leader- und Fischwirtschaftsgruppen (FLAG`s) in Schweden, Finnland, Deutschland und Estland, durchgeführt. Erstmalig wurden die robben- und kormoranbedingten Schäden derart umfangreich in verschiedenen Ostseeanrainerstaaten abgeschätzt.

Die Ostseerobben- und Kormoranpopulation verursachen direkte und indirekte Schäden besonders in der traditionellen kleinstrukturierten Küstenfischerei, so z. B. Veränderungen in den Fischbeständen und ihrem Verhalten, Reduktion von Fängen sowie Schäden an den Netzen und an den Fischen selber. Der Report diskutiert die Vielzahl von Einflüssen und für eine Entschärfung der durch Robben und Kormorane verursachten Probleme sollte gemeinsam mit Fischern und anderen Interessengruppen eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit erfolgen.

 „Die Einflüsse der Robben und Kormorane würden häufig Änderungen der Fangstrategien und Investitionen erforderlich machen, aber die Möglichkeit für Fischer, neue Wege zu finden, wurde eingeschränkt. In dieser Situation ist das Begeistern und Gewinnen jüngerer Menschen für den Beruf der gewerblichen Fischer eine Herausforderung geworden,“ erklärt die Studie.

Die Fischwirtschaftsgruppe Westmecklenburgische Ostseeküste (FLAG WMO) mit Sitz in Grevesmühlen war in Deutschland an der Studie beteiligt. 20 Küstenfischer aus der Wismarer Fischereigenossenschaft wurden interviewt. Alle Fischer sind durch Auswirkungen von Kormoranen und Robben betroffen, aber in der beteiligten Region Deutschlands sind im Gegensatz zu den anderen 13 Regionen die Schäden durch Kormorane höher als durch Robben. Die Schäden durch Kormorane und Robben der Fischer betragen durchschnittlich 26.653 Euro in Finnland, 25.376 Euro in Schweden und 7.149 Euro in Estland.  Die Fischer in der westlichen Ostsee schätzen die Schäden auf ca. 5.069 Euro pro Betrieb und Jahr. Einigkeit besteht bei allen beteiligten Fischern, das die bestehenden Managementmaßnahmen nicht ausreichen, um auch künftig frischen und regionalen Fisch aus der Ostsee an der Küste anbieten zu können.

Link: Die Einflüsse von Robben und Kormoranen aus der Erfahrung von gewerblichen Ostseefischern.

http://jukuri.luke.fi/bitstream/handle/10024/544854/luke_luobio_77_2019.pdf?sequence=1&isAllowed=y&fbclid=IwAR2cHrHn1ONAWu_p96PRGRVkDE6Ys_k_5dz9P6nTaV6ECfEaCCRfuQL6CPg

 
https://balticfisheries.com/contact/

PM Natural Resources Institute Finland, Helsinki; 5.11.2019; letzte Änderung: 17.11.2019, 16:30 Uhr

PM DAFV: Die Nase ist Fisch des Jahres 2020

Bonn/Berlin, 09. November 2019: Die Nase (Chondrostoma nasus) ist Fisch des Jahres 2020. Anders als Forelle, Stichling oder Aal ist die Fischart Nase in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt.  Mit der Wahl dieser in Deutschland regional stark gefährdeten und lokal bereits verschwundenen Fischart machen der Deutsche Angelfischerverband (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) auf eine bedrohte Fischart aufmerksam, die für Flüsse mit kiesigem bis felsigem Untergrund in der sogenannten Äschen- und Barbenregion typisch ist.

Die Nase hat ihren Namen von dem nasenähnlich geformten Aufsatz auf ihrer Oberlippe, eine Anpassung an ihre Lebensweise. Sie ist ein Friedfisch, ernährt sich von Algen, die sie von Steinen und Kiesbetten abweidet. So wie Schnecken die Glasscheiben im Aquarium putzen, so hält die Nase glatte Oberflächen im Gewässer algenfrei. Sie war noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Fisch, der in schnell fließenden Gewässern sehr häufig vorkam, und auch „Brotfisch“ der Berufsfischer an der Donau genannt wurde. Heute sind Schwärme von hundert Fischen bereits eine Seltenheit. Weil die Laichhabitate entweder nicht mehr funktionsfähig sind oder aufgrund von Querbauwerken nicht mehr erreicht werden können, kann in geeigneten Gewässern der Besatz mit gezüchteten Jungtieren sinnvoll sein. Auch auf Verschmutzungen der Gewässer durch Schadstoffe sowie übermäßige Feinsedimenteinträge reagieren Nasen empfindlich.

„Nasen gehören wie auch die Barben zu den Karpfenfischen. Beim Abweiden der Algen von Steinen und Kies lagern sie den Gewässergrund um und verhindern damit die Bildung von Faulschlamm. Kiesbetten dienen vielen Fischarten, den Nasen und Barben aber auch den Salmoniden wie dem Lachs als Laichbetten. Nasen haben somit eine wichtige Funktion in unseren Fließgewässern. Ohne geeignete Laichhabitate können Fische nicht ablaichen und sich nicht vermehren. Für die Vermehrung der vielen Kieslaicher unter den Fischen ist ein guter Bestand an Nasen eine wichtige Voraussetzung,“ so Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes.

„Um den Schutz der Nase zu verbessern, müssen Wanderhindernisse in den Flüssen abgebaut oder passierbar gemacht werden und naturnahe Ufer, Kies- und Schotterbänke wiederhergestellt werden. Dies fordert auch die Europäische Wasserrahmenrichtlinie für unsere Flüsse. Nur wenn die ganze Vielfalt von Strukturen und Lebensräumen vorhanden und erreichbar ist, können sich die Fischbestände – nicht nur die der Nase – langfristig wieder erholen. Die Nase steht daher stellvertretend für die gesamte Fischartengemeinschaft“, erläutert Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verbauung von Gewässern die wichtigste Ursache für den Rückgang der Nasenpopulationen ist. Die Schwärme erreichen keine geeigneten Laichplätze, sodass sie sich nicht mehr fortpflanzen und die Populationen überaltern. Angesichts der regional starken Bedrohung ist es dringend erforderlich, die Forderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiter zügig in Maßnahmen umzusetzen und die Gewässer wieder durchgängig zu machen und natürlicher zu gestalten.

Dass dies Erfolg haben kann und Nasenpopulationen sich erholen, zeigen die wenigen Beispiele, in denen ein Rückbau von Wehren stattgefunden und sich dadurch die Bestände wieder deutlich erholt haben. Die Nase kann daher als ein guter Indikator für den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen angesehen werden.

Hintergrund

Die Nase kommt in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach Osteuropa vor. Sie ist eine zu den karpfenartigen Fischen (Cyprinidae) gehörende Art, die in der Barben- und Äschenregion großer Ströme wie der Donau oder dem Rhein vorkommt. Sie wird bis zu 50 cm groß, kann Gewichte bis 2000 g erreichen, bleibt aber im Normalfall deutlich kleiner. Mit dem scharfkantigen Unterkiefer weiden die Nasen Algen vom Bodensubstrat ab und nehmen bodenlebende Kleintiere wie Insektenlarven oder Krebstierchen auf. Das Schuppenkleid ist silbrig, am Rücken etwas dunkler und bäuchlings heller gefärbt. Typisch ist das Aufblitzen des silbrigen Schuppenkleids bei der Nahrungsaufnahme, wenn sich die Nase seitlich wegdreht, um die Algen abzuziehen. Nasen leben natürlicherweise in Schwärmen von mehreren hundert Exemplaren.

Nasen laichen im Frühjahr von März bis Mai und unternehmen dabei Wanderungen von mehreren hundert Kilometern in den Fließgewässern. Laichplätze sind flach überströmte Bereiche in kleineren Seitenbächen. Hier werden 20.000 bis 100.000 ca. 1,5 mm große Eier/Weibchen in vorher geschlagene Laichgruben abgelegt. Die Larven leben zunächst im Kieslückensystem und ziehen dann als Planktonfresser an ruhigere Gewässerstellen. Das Schlagen der Laichgruben in den flachen Gewässern ist oftmals als deutliches, lautes Plätschern zu hören, vor allem dort, wo noch hunderte Nasen gleichzeitig laichen.

Quelle: https://dafv.de/referate/aktuelles/item/343-die-nase-ist-der-fisch-des-jahres-2020.html

DAFV / VDST / BfN Bonn/Berlin, Letzte Änderung am Montag, 11. November 2019 15:55

PM DAFV: Einfach zugeschüttet …! Fischaufstiegsanlage begraben - Verfehlte Verkehrs-, Energie-und Umweltpolitik

Einfach zugeschüttet …!

Berlin, 07.11.2019. In Geesthacht an der Elbe verdeutlicht sich dieser Tage das ganze Dilemma einer verfehlten deutschen Verkehrs-, Energie- und Umweltpolitik. Es ist ein Umweltdrama in mehreren Akten über den Niedergang der deutschen Flüsse und deren Bewohner, wie es sich in der Nachkriegszeit bis heute im Prinzip an fast allen deutschen Flüssen abgespielt hat. Die Akteure sind die Bundesregierung, Landespolitiker, Behörden, Justiz und gewinnorientierte Firmen. Den Bürgern wird dabei die Rolle „übergeordnetes öffentliches Interesse“ zugewiesen.

Arten sterben aus

Vergleichbar mit dem menschlichen Körper, sind die Flüsse die Lebensadern unseres Landes. Wir verstopfen die Adern, verengen sie, stauen das Blut, senken den Blutdruck und verursachen dazu noch eine Blutvergiftung. Der Organismus stirbt ab. In und an den Flüssen sterben die angestammten Arten aus, da sie keine geeigneten Lebensräume mehr vorfinden. Die fehlende Vernetzung der Lebensräume durch die Flüsse hat jüngst auch die UNO als eine der größten Bedrohungen für die Arterhaltung auf unserem Planeten beschrieben. Führende Wissenschaftler berichten, dass es den Lebensraum Fluss in Deutschland in seiner ursprünglichen Form im Grunde nicht mehr gibt. Der Lebensraum Süßwasser beherbergt mit Abstand die größte Artenvielfalt aller Lebensräume weltweit, dabei geht die Artenvielfalt dreimal schneller zurück, als an Land.

Wenn Fische Vögel wären

Tiere auf der ganzen Welt fliegen, schwimmen, laufen oder lassen sich passiv treiben, um ihren Standplatz zu wechseln und Orte zu erreichen, an denen sie fressen, brüten, ihren Nachwuchs großziehen, oder einfach nur um lebensnotwendige Bedingungen vorzufinden. Oft unsichtbar, aber von großer Bedeutung, wandern Fische und nutzen dabei unsere Flüsse als natürliche Fernstraßen. Das Problem: Die meisten dieser Straßen sind mittlerweile ganzjährig blockiert.

Man stelle sich vor Deutschland würde den Himmel über den Alpen mit einem riesigen Netz absperren. In der Folge könnten die Vögel im jahreszeitlichen Verlauf ihre Brutgebiete und Winterquartiere nicht mehr erreichen. Über die Jahre gehen die Bestände der Vögel zurück und die ersten Arten verschwinden. Nach einigen Jahren will man Abhilfe schaffen und macht ein Loch in das Netz. Ein sehr geringer Teil der Vögel mit guten Flugeigenschaften findet den Durchgang. Aus übergeordnetem öffentlichem Interesse baut man einige Jahre später im Hinterland jedoch Windkraftanlagen, in denen zusätzliche Vögel zu Tode kommen. Auf die Kritik von Vogelschützern beschließt ein Gericht zum Ausgleich noch ein zweites, etwas größeres Loch in das Netz zu machen. Eines Tages wird das gesamte Netz - angeblich durch die beiden Löcher - instabil und die Behörden beschließen die Fluglöcher in einer Nacht und Nebelaktion wieder zu verschließen. So oder so ähnlich hat es sich im übertragenen Sinne an dem Stauwehr der Elbe in Geesthacht im August 2019 abgespielt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der angefügten PDF.

DAFV, Olaf Lindner, Berlin/Geesthacht, 07 November 2019 11:21 Uhr

FISCHSOLJANKA: Fischkoch von Usedom schafft den Weltrekord

Der Fischkoch André Domke hat am Sonntag in Heringsdorf auf Usedom die größte Fischsoljanka der Welt gekocht.

Heringsdorf.Die offiziell größte Fischsoljanka der Welt ist in Heringsdorf auf Usedom gekocht worden. Unter Aufsicht eines Vertreters des Rekord-Instituts für Deutschland (RID) köchelte der Profi-Koch André Domke am Sonntag aus rund 100 Kilogramm Ostseedorsch sowie jeder Menge Paprika, Tomaten, Gewürzgurken, Zwiebeln, Tomatenmark und Gewürzen 268 Liter Fischsoljanka.

Damit war die Bedingung des Instituts von mindestens 250 Litern erfüllt, wie Rekord-Richter Olaf Kuchenbecker sagte. Doch nicht nur die Menge musste stimmen, auch Optik und Geschmack waren wichtig.  Die säuerlich-scharfe Suppe ist vor allem in Russland und anderen osteuropäischen Ländern sowie im Osten Deutschlands verbreitet. Ein Teil der Rekord-Soljanka wurde am Sonntag an die rund 100 Besucher des Rekordversuchs verkauft. Der Rest sollte eingeweckt werden. Ein Teil des Erlöses geht an das Kinderhospiz Greifswald. Im vorigen Jahr stellte Domke bereits einen Weltrekord mit einer Fischsülze auf.

https://www.nordkurier.de/usedom/fischkoch-von-usedom-schafft-den-weltrekord-0337243411.html

Nordkurier.de von dpa; 03. November 2019, 15:41 Uhr

Zander-Genom vollständig entschlüsselt

Zander gilt als einer der leckersten heimischen Süßwasserfische. Doch der Bedarf lässt sich nicht alleine aus Wildfängen decken. Künftig könnten viele Speisefische aus Aquakulturen stammen.

Bei der künftigen Haltung des Zanders in Aquakulturen sind Forscher des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie in Dummerstorf bei Rostock einen großen Schritt weitergekommen. Wie das Institut berichtete, wurde das Genom des beliebten und heimischen Speisefisches vollständig entschlüsselt. Dies sei eine der Grundlagen für züchterische Forschungsansätze.

Es werde damit künftig möglich sein, die Tiere besser in Aquakultur zu halten und bestimmte Eigenschaften zu verstärken, sagte der Leiter der Abteilung Fischgenetik, Tom Goldammer. Dies bedeute, dass während der Züchtung bestimmte Genvarianten angereichert und bevorzugt werden können. Diese Züchtung habe mit Gentechnik nichts zu tun.

Die Sequenzierung des Genoms sei im Vergleich zu der bei Bakterien oder Hefen sehr aufwendig sagte Goldammer. Das Zandergenom habe mit ungefähr einer Milliarde Basenpaare etwa ein Drittel der Größe eines menschlichen Genoms. «Wir kennen nun die Anordnung der Gene.»

Züchtung sei zwar auch ohne dieses Wissen möglich, doch nun könnten die Fischexperten effektiver vorgehen. Es gehe beispielsweise darum, das Wachstum der Tiere oder die Reproduktion zu beschleunigen, die Fleischqualität zu verbessern oder bestimmte Verhaltensarten in der Aquakultur zu verändern, sagte der Experte.

 Die Dummerstorfer Anlage besteht aus drei separaten Aquarienstränge mit jeweils 1700 Litern Fassungsvermögen. Rund um die Uhr wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert und gereinigt. Die Süßwasserfische werden bei 17 bis 20 Grad Celsius Wassertemperatur gehalten.

Für Goldammer und sein Team ist es mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung wichtig, dass die Aquakulturen verbessert werden. Es gelte das Motto: «Klasse statt Masse». Dann könnten die Kulturtiere Wildfänge ersetzen und dazu beitragen, die Wildpopulationen zu erhalten.

Noch aber sind die Zandermengen aus der Aquakultur extrem klein gegenüber der aus Wildfängen. Allerdings hätten sich die weltweiten Wildfänge von Zander seit 2010 halbiert. Gleichzeitig hat sich die Produktion in Aquakultur im gleichen Zeitraum verdoppelt und übersteigt mittlerweile 900 Tonnen pro Jahr.

Quelle: https://www.svz.de/26194142 ©2019

https://www.svz.de/hintergrund/zander-genom-vollstaendig-entschluesselt-id26194142.html

SVZ.de von dpa; 01. November 2019, 08:06 Uhr

Karpfenernte in Neuhof : „Fliegende Fische“ in der Lewitz

In der größten Teichanlage Norddeutschlands läuft die Karpfenernte: Höhepunkt ist das Schaufischen am 2. bis 3. November in Neuhof.

Hui. Da fliegt er zappelnd in hohem Bogen durch die Luft. Zurück ins Wasser. „Der hat mehr als drei Kilo“, sagt Mirko Röglin, der gerade vor dem Sortiertisch steht. „Zu schwer.“ Damit entspricht dieses Exemplar nicht dem Wunsch des Kunden. Um Gewicht und Alter eines Karpfens zu beurteilen, braucht der Fischer keine Waage, nur Erfahrung. Für einen Laien sei das nicht so einfach. „Deshalb lässt der Chef auch die Besucher das Gewicht der Karpfen schätzen.“ Jetzt am Wochenende vom 2. bis 3. November beim Schaufischen jeweils ab 9 Uhr. Wer richtig liegt, hat Karpfen zum Abendbrot.

Mehr als doppelt so viele Karpfen

Traditionell wird in Neuhof bei Neustadt-Glewe die Karpfenernte mit einem Teichfest gefeiert: Aus einem 100 Fußballfelder großen Teich werden die Mitarbeiter der Lewitz Fisch GmbH mehr als doppelt so viele Karpfen „pflücken“, wie Neustadt-Glewe Einwohner hat. Das sind immerhin über 6000 Menschen. Ein Spektakel, das Schaufischen. Kein Wunder, denn die Teichwirtschaft ist mit 750 Hektar die größte in Norddeutschland. Dass da reine Muskelkraft nicht reicht, ist klar. Schweres Gerät muss her...

Doch zurück zum „Warenlager“, wie Inhaber Hermann Stahl es nennt, wo seine Mitarbeiter gerade eine Bestellung aus einem Hälterteich abfischen. Im diesem Areal sind die Fische nach Größen bzw. Alter sortiert, nachdem sie aus einem der 32 Teiche abgefischt wurden. „Ruft ein Kunde an, müssen die Mitarbeiter nur zum entsprechenden Teich,“ so Hermann Stahl, der seit 1975 in der Lewitz Speisekarpfen großzieht.

„Die sind schlau“

Vier Männer braucht es, um einen flachen Hälterteich mit dem Netz zu durchpflügen. Und obwohl das Netz über den Grund gleitet, gehen den Fischern Karpfen durch die Lappen. „Die sind schlau“, sagt Mirko Röglin und grinst, „die legen sich einfach flach auf den Boden.“ Immer zentnerweise hievt ein Bagger die vier bis fünf Sommer alten Fische in einem Kescher auf den Sortiertisch. Von da gehen die „Guten“ mit Hilfe eines weiteren Baggers ins „Töpfchen“– Kanister mit 150 Kilogramm Fassungsvermögen auf einem Laster – die anderen zurück ins kühle Nass.

Der Mecklenburger bevorzuge eben die 2 bis 3 Jahre alten Fische, wohingegen die Süddeutschen eher kleinere Kaliber auf dem Teller sehen möchten, sagt der Chef. Das Qualitätsmerkmal sei aber bei allen gleich: Ein dunkelblauer kleiner „Stiernacken“, dass zeuge von gutem Fleischansatz, und ein goldgelber Bauch.

Große Exemplare dank warmem Sommer

In den vergangenen Jahren seien die naturnah, ohne Medikamente aufgezogenen Karpfen gut gewachsen, sagt der Teichwirt zufrieden. Das liege an den warmen Sommern. Der aus dem Kaspischen Meer stammende Karpfen sei eben von Haus aus ein Warmwasserfisch. Deshalb müssen vor dem Frost alle Fische raus aus den Teichen. Was nicht verkauft wird, landet in tieferen Teichen zum Überwintern und darf bis ins nächste Jahr weiterwachsen.

„Karpfen geht immer“, sagt Mirko Röglin. Sein Chef Hermann Stahl pflichtet ihm bei: „Das liegt daran, dass das Filet der Fische magerer ist als eine Hühnerbrust.“

Quelle: https://www.svz.de/26169517 ©2019

https://www.svz.de/lokales/ludwigsluster-tageblatt/Karpfenernte-in-Neuhof-Fliegende-Fische-in-der-Lewitz-id26169517.html

SVZ.de von Tina Wollenschläger; 30. Oktober 2019, 12:00 Uhr

Beteiligung der Öffentlichkeit zum Monitoring des Meeresschutzes

Stellungnahmen bis zum 14. April 2020 möglich

Derzeit führt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die Öffentlichkeitsbeteiligung zu den Entwürfen der aktualisierten Berichte zu den Monitoring-Programmen für die Nord- und Ostsee durch. Bis zum 14. April 2020 kann jede Person zu den Berichtsentwürfen, die in Umsetzung der Europäischen Meeres­strategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) vom Bund und den Küstenländern gemeinsam erarbeitet wurden, Stellung nehmen.

Die MSRL 2008/56/EG fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen und Strategien zu entwickeln, um deren Schutz und Erhaltung auf Dauer zu gewährleisten. In Deutschland wird die MSRL vom Bund und den Küstenländern gemeinschaftlich im Rahmen des Bund/Länder-Ausschusses Nord- und Ostsee (BLANO) umgesetzt. Das Wasserhaushaltsgesetz sieht für die einzelnen Umsetzungsschritte der MSRL die Einbindung der Öffentlichkeit vor.

Die Dokumente der Öffentlichkeitsbeteiligung sind auf der Internetseite www.meeresschutz.info einzusehen.
Dort wird auch ein Formular zur Verfügung gestellt, mit dem Stellungnahmen und Anregungen an die BLANO-Geschäfts­stelle geschickt werden können. Die Unterlagen liegen aber auch im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG) aus. Dort können sie während der Geschäftszeiten eingesehen werden. Die Stellungnahmen können auch direkt gerichtet werden an das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern Abteilung 4 - Wasser, Boden, Immissionsschutz und Abfallwirtschaft.

Hausanschrift
Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie
Mecklenburg-Vorpommern
Goldberger Str. 12

18273 Güstrow

Hausanschrift
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 4 - Wasser, Boden, Immissionsschutz und Abfallwirtschaft
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin

Quelle: https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Umwelt/Wasser/Beteiligung-Meeresschutz/

PM LM MV, Schwerin

WRRL auf dem Prüfstand – IGB empfiehlt Festhalten an den Zielen

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bietet weltweit einen der fortschrittlichsten Rechtsrahmen für das Gewässermanagement. Sollten ihre Ziele und Prinzipien in Frage gestellt werden, wäre ein wirksamer Gewässerschutz in Deutschland und der Europäischen Union (EU) ernsthaft gefährdet. Verbesserungen in der Umsetzungspraxis sind jedoch dringend notwendig. Zu diesem Urteil kommt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Deutschlands größtes Forschungszentrum für Binnengewässer. Der jetzt veröffentlichte IGB Policy Brief erläutert Stärken und Schwächen der WRRL und zeigt Handlungsoptionen für Politik und Praxis auf.

Gemäß der WRRL sollen die Gewässer der EU bis spätestens 2027 in einen mindestens guten chemischen und ökologischen Zustand bzw. in ein gutes ökologisches Potenzial überführt werden. Seit Inkrafttreten vor 19 Jahren hat sich der Zustand der EU-Gewässer jedoch kaum nachweislich verbessert. Nach wie vor besteht bei 60 Prozent aller Gewässer in der EU Handlungsbedarf, in Deutschland sogar bei 93 Prozent der Fließ- und 73 Prozent der Stillgewässer.

„Die Gründe für diese schwache Bilanz liegen jedoch nicht in der Wasserrahmenrichtlinie selbst. Tatsächlich ist sie ein fachlich fundiertes und zielführendes Regelwerk. Die bisher sehr begrenzten ökologischen Verbesserungen weisen vielmehr auf nicht hinreichend austarierte Zielkonflikte zwischen Schutz und Nutzung und auf erhebliche Defizite in der praktischen Umsetzung hin“, erklärt Professor Mark Gessner, kommissarischer Direktor des IGB und Mitautor des IGB Policy Briefs.

Gewässerschutz als Querschnittsaufgabe in anderen Politikfeldern verankern

Das IGB kommt zu der Einschätzung, dass dringend neue integrierende Ansätze auf Ebene der Politik, Verwaltung und Umsetzungspraxis notwendig sind. Renaturierungsprojekte müssen deutlich großflächiger geplant werden – und die durchgeführten Maßnahmen wirksamer sein. Administrative Prozesse müssen systematisch verbessert und Verfahren zur Lösung von Zielkonflikten entwickelt und etabliert werden. Hierfür ist es elementar, die nachhaltige Gewässerbewirtschaftung konsequent als Querschnittsaufgabe in allen relevanten Politikfeldern zu verankern. Dies gilt besonders für die Bereiche Landwirtschaft, Energie (u.a. Wasserkraft), Verkehr (Schifffahrt), Bergbau und natürlich für den Hochwasser- und Naturschutz.

Ohne eine konsequent nachhaltige Bewirtschaftung und ökologische Verbesserung der Gewässer können ihre vielfältigen Funktionen als Lebensraum und Schlüsselressource Europas nicht erhalten oder wiederhergestellt werden. Der Nutzungsdruck schreitet ebenso rasant voran wie Klima- und Umweltwandel, einschließlich Biodiversitätsverlust. „Deshalb muss auch über 2027 hinaus strikt an den Prinzipien und Zielen der WRRL festgehalten werden“, fasst Mark Gessner zusammen und betont gleichzeitig, dass „ungeachtet der hervorragenden Grundlage erhebliche Verbesserungen in der Anwendung der Richtlinie in der Praxis erreicht werden müssen“.

Über den IGB Policy Brief zur WRRL

Das IGB hat sich 2019 im Rahmen des von der EU durchgeführten „Fitness Checks“ der WRRL an der Expertenkonsultation beteiligt. Der hier vorliegende IGB Policy Brief greift aus diesem Anlass sechs aus Sicht des IGB zentrale Punkte zu Stärken und Schwächen der WRRL auf und stellt diese Analyse für die öffentliche Diskussion zur Verfügung.

„Forschen für die Zukunft unserer Gewässer“ ist das Leitmotiv des IGB. Dazu gehört die objektive und evidenzbasierte Information und Beratung von Politik, Behörden, Verbänden, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und der Öffentlichkeit. Mit den IGB Policy Briefs macht das Institut forschungsbasiertes Wissen kostenfrei für die Öffentlichkeit zugänglich.

Lesen Sie hier den IGB Policy Brief zur WRRL: http://bit.ly/IGBPolicyBriefWRRL

Kontaktdaten:

Johannes Graupner

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Wissenstransfer – Politik, Wirtschaft, Verbände

+49 (0)30 64 181 703

graupner(at)igb-berlin.de

PM Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin, 29.10.2019

Institut fordert Lösungen für Ostseefischer

Durch zukünftig geringere Fangmengen könnte Betrieben an der Ostsee das Aus drohen.

Rostock| Fischereibetriebe müssen sich nach Einschätzung des Thünen-Instituts für Ostseefischerei auch langfristig auf wesentlich geringere Fangmengen einstellen. Die Politik müsse jetzt gegensteuern und rasch Strategien zum Erhalt von Fischereibetrieben entwickeln, forderte Institutsdirektor Christopher Zimmermann. "Wir haben es mit einem fundamentalen Strukturwandel zu tun. Wahrscheinlich werden bis zu 50 Prozent der Betriebe die nächsten fünf Jahre nicht überleben", sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur in Rostock. "Die Weichen müssen jetzt gestellt werden." Die Problemlösungen der Vergangenheit taugten nicht mehr. Bislang wurden Fischer mit Ausgleichszahlungen aus Steuermitteln über Wasser gehalten.

Minister beschließen geringere Fangmengen

Die EU-Fischereiminister hatten kürzlich beschlossen, die Fangmengen für Dorsch und Hering zu senken. In der westlichen Ostsee werden die Mengen für Hering um 65 und für Dorsch um 60 Prozent gesenkt. Auch Dorsch-Freizeitfischer sind betroffen.

Die Politik müsse sich fragen, ob sie den Prozess laufen lassen will oder ob sie steuern sollte, sagte Zimmermann. Nichtstun sei keine Option: "Der Markt kann das nicht alleine lösen, weil schon viel zu tief in die Marktmechanismen eingegriffen wurde." Ohne Steuerung gäbe es vermutlich bald nur noch Nebenerwerbsfischer, und die hauptberufliche Küstenfischerei verschwindet. Es wäre aber wünschenswert, wenn beide Strukturen blieben.

"Die großen Haupterwerbs-Betriebe sind notwendig, weil sie die Infrastruktur an Land finanzieren." Die kleinen Betriebe seien wichtig für den Tourismus. "Es muss analysiert werden, wo die besten Überlebenschancen für Betriebe liegen." Vermutlich müsse auch die Zahl der Anlandehäfen reduziert werden. Einige könnten für den Angeltourismus offengehalten werden. Meeresangler ließen viel Geld an der Küste: "Die Angelei auf Dorsch und Co. sollte deshalb wie die Berufsfischerei erhalten bleiben."

Quelle: https://www.svz.de/26122277 ©2019

https://www.svz.de/lokales/rostock/Rostock-Institut-fordert-Loesungen-fuer-Ostseefischer-id26122277.html

SVZ.DE von dpa: 25.10.2019, 11:39 UHR

PM DAFV: Antrag "Freie Fahrt für Angler" im Verkehrsausschuss abgelehnt

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Berlin, 23.10.2019. Die FDP-Bundestagsfraktion hatte in der Fraktionssitzung am 04.06.2019 den Antrag "Freie Fahrt für Angler" beschlossen, welcher heute am 23.10.2019 im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages beraten wurde. Anglern soll Durchfahrt auf Wegen und Straßen gewährt werden, die durchfahrtsbeschränkt, aber für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr frei sind. Der Antrag wurde mit den Stimmen von Union, SPD und den Grünen abgelehnt.

Dr. Gero Hocker Bundestagsabgeordneter der FDP zeigt sich im Hinblick auf die ehrenamtlichen Leistungen der Angler für die Hege und Pflege der Gewässer in Deutschland enttäuscht und fordert die ablehnenden Parteien auf, ihre Entscheidung zu überdenken: "Der Verkehrsausschuss des Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung den FDP-Antrag "Freie Fahrt für Angler" mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen gegen die Stimmen der FDP, der Linken und der AfD abgelehnt. Der Antrag hat das Ziel, Fahrten von Anglern bei der Ausübung ihrer Tätigkeit, wie bei Jägern und Imkern auch, als landwirtschaftlichen Verkehr anzuerkennen und ihre wichtige Tätigkeit an ansonsten nicht erreichbaren Stellen überhaupt erst möglich zu machen.

Denn Angelvereine und ihre Mitglieder leisten Erhebliches für den angewandten Naturschutz. Sie erbringen dafür einen hohen persönlichen Aufwand. Nicht zuletzt ist das Angeln ein ganz praktischer Weg, großen Teilen der Bevölkerung ein vertieftes Verständnis und Erleben von Prinzipien der Nachhaltigkeit im Umgang mit Natur und natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Angler übernehmen, zum Beispiel bei der Fischereiaufsicht, auch hoheitliche Aufgaben. Insofern geht die Argumentation der SPD, dies sei nicht der Fall, in eine falsche Richtung.

Ich fordere die Fraktionen von Union, SPD und Grünen auf, ihr Votum in der anstehenden zweiten Beratung des Antrags im Plenum des Deutschen Bundestages zu überdenken. Die umfangreichen Leistungen der Angler für den Naturschutz zu unterstützen, sollte auch ihnen ein Anliegen sein.".

Der DAFV bedauert die Entscheidung ausdrücklich. Dr. Christel Happach-Kasan, Präsidentin des Deutschen Angelfischerverbandes e.V.: „Wir Angler haben in Deutschland eine gesetzliche Hegeverpflichtung und erfüllen an den Gewässern eine im Sinne des Naturschutzes wichtige Aufsichtsfunktion. Viele Umweltbehörden sehen in den Anglern laut eigener Aussage wertvolle Partner, durch die sie erst von unerwünschten Vorfällen oder Fehlentwicklungen an den Gewässern erfahren. Für viele Pflegearbeiten sind Gerätschaften erforderlich. Eine Rechtssicherheit für das Befahren von landwirtschaftlichen Verkehrswegen (selbst unter gewissen Auflagen), würde den Anglern helfen ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen und den ehrenamtlichen Einsatz zur Hege- und Pflege der Aquatischen Lebensräume erleichtern. Wir danken der FDP ausdrücklich für Ihre Unterstützung. Es ist enttäuschend, dass Union, SPD und die Grünen anscheinend nicht bereit sind, dieses wichtige ehrenamtliche Engagement der Anglerinnen und Angler in Deutschland wertzuschätzen.“

Quelle: https://dafv.de/referate/aktuelles/item/341-fdp-antrag-freie-fahrt-fuer-angler-durch-union-spd-und-gruene-abgelehnt.html

Dateianhang zum Download: 2019-06-Antrag-FDP-Angler_freie_Fahrt.pdf

DAFV, Berlin, 23.10.2019