Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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Renaturierungsprojekt: Die Rögnitz bleibt Hauptsorgenkind

2017 beschlossene Sofortmaßnahmen noch immer nicht vollständig umgesetzt und auch „große Lösung“ lässt auf sich warten

Amt Neuhaus Von der Brücke in Rosien ist das Dilemma gut zu erkennen. In der Rögnitz haben sich kleine Inseln gebildet. Beim aktuellen Nie-drigwasserstand sind diese Ablagerungen kein Problem, doch das nächste Hochwasser kommt, da ist sich nicht nur Jürgen Sahs sicher. Und deshalb sagt der Geschäftsführer des Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverbandes (NDUV) auch Ende 2019: „Die Rögnitz ist immer noch unser Hauptsorgenkind.“

Dabei sollten solche Problemstellen, wie sie im Bereich Rosien vorkommen, schon längst beseitigt sein. Nach den Starkregenereignissen vor zwei Jahren hatten sich alle Beteiligten auf Sofortmaßnahmen und auf die „große Lösung“, wie Jürgen Sahs es nennt, geeinigt. Bisher wurde aber weder erstgenannte vollständig umgesetzt noch zweitgenannte mit Nachdruck angegangen.

Hintergrund des langwierigen Prozesses dürften nicht zuletzt die kompliziert geregelten Zuständigkeiten sein. Da die Rögnitz im Bereich Amt Neuhaus auf 15 Kilometer die Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bildet, sind bei solchen Verfahren auch immer die Interessen der beiden Bundesländer abzuwägen. Hinzu kommt die unterschiedliche Einordnung des Flusses. Als Landesgrenze gilt er in Mecklenburg-Vorpommern als Gewässer erster Ordnung, zuständig für die Unterhaltung ist somit das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg als untere Landesbehörde im Ressort des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt. In Niedersachsen ist die Rögnitz dagegen ein Gewässer zweiter Ordnung und entfällt somit in die Zuständigkeit des NDUV.

„Und nun wird es kompliziert“, sagt dazu Jürgen Sahs. „Wenn es um die Unterhaltung geht, sind wir der Maßnahmenträger. Wenn es um einen Gewässerausbau geht, was die große Lösung ist, wahrscheinlich auch, aber das können wir als Verband finanziell nicht aus unseren Beiträgen stemmen. Das Geld dafür muss über Fördermittel vom Land kommen.“ Somit sei auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit im Boot.

Was genau die „große Lösung“ beinhaltet, wissen die Verantwortlichen schon seit 2013. Damals wurde eine Studie für die Rögnitz von ihrer Mündung in die Sude bis Havekenburg erstellt. „Darin ist beschrieben, wie der Ausbau aussehen könnte. Und seit zwei Jahren wird darüber auf Länderebene verhandelt“, meint Jürgen Sahs. „Wir haben gesagt, wir tragen die Sache mit, aber ein vernünftiger Wasserabfluss muss sichergestellt sein.“

Dass ein Renaturierungsprojekt für die Rögnitz in Arbeit ist, bestätigt ein Sprecher des Umweltministeriums MV. Dabei gehe es um die ökologische Verbesserung der Gewässerstruktur und gleichzeitig um die Sicherung des Hochwasserabflusses. Es müsse jedoch zunächst die Finanzierung stehen, was aktuell noch ein Problem darstelle. Erst dann könnten alle Beteiligten darüber sprechen, wer für was zuständig und wer bei dem Vorhaben federführend ist. Dabei gelte: „Das Projekt muss im Gleichklang umgesetzt werden.“

Allerdings gibt es offenbar schon allein auf niedersächsischer Seite Disharmonien. „Der Ausbau ist für den Verband eine Nummer zu groß, finanziell und personell. So richtig kann ich aber auch keine Bemühungen vom Land Niedersachsen erkennen“, sagt Jürgen Sahs. „Das Hochwasserproblem wird in diesen Niedrigwasserjahren ja vielleicht auch verdrängt.“

Quelle: https://www.svz.de/lokales/hagenower-kreisblatt/Renaturierungsprojekt-der-Roegnitz-id26519197.html

SVZ.de, Robert Lehmann; Schwerin, den 29.11.2019; 5:00 Uhr