Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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PM DAFV: Einfach zugeschüttet …! Fischaufstiegsanlage begraben - Verfehlte Verkehrs-, Energie-und Umweltpolitik

Einfach zugeschüttet …!

Berlin, 07.11.2019. In Geesthacht an der Elbe verdeutlicht sich dieser Tage das ganze Dilemma einer verfehlten deutschen Verkehrs-, Energie- und Umweltpolitik. Es ist ein Umweltdrama in mehreren Akten über den Niedergang der deutschen Flüsse und deren Bewohner, wie es sich in der Nachkriegszeit bis heute im Prinzip an fast allen deutschen Flüssen abgespielt hat. Die Akteure sind die Bundesregierung, Landespolitiker, Behörden, Justiz und gewinnorientierte Firmen. Den Bürgern wird dabei die Rolle „übergeordnetes öffentliches Interesse“ zugewiesen.

Arten sterben aus

Vergleichbar mit dem menschlichen Körper, sind die Flüsse die Lebensadern unseres Landes. Wir verstopfen die Adern, verengen sie, stauen das Blut, senken den Blutdruck und verursachen dazu noch eine Blutvergiftung. Der Organismus stirbt ab. In und an den Flüssen sterben die angestammten Arten aus, da sie keine geeigneten Lebensräume mehr vorfinden. Die fehlende Vernetzung der Lebensräume durch die Flüsse hat jüngst auch die UNO als eine der größten Bedrohungen für die Arterhaltung auf unserem Planeten beschrieben. Führende Wissenschaftler berichten, dass es den Lebensraum Fluss in Deutschland in seiner ursprünglichen Form im Grunde nicht mehr gibt. Der Lebensraum Süßwasser beherbergt mit Abstand die größte Artenvielfalt aller Lebensräume weltweit, dabei geht die Artenvielfalt dreimal schneller zurück, als an Land.

Wenn Fische Vögel wären

Tiere auf der ganzen Welt fliegen, schwimmen, laufen oder lassen sich passiv treiben, um ihren Standplatz zu wechseln und Orte zu erreichen, an denen sie fressen, brüten, ihren Nachwuchs großziehen, oder einfach nur um lebensnotwendige Bedingungen vorzufinden. Oft unsichtbar, aber von großer Bedeutung, wandern Fische und nutzen dabei unsere Flüsse als natürliche Fernstraßen. Das Problem: Die meisten dieser Straßen sind mittlerweile ganzjährig blockiert.

Man stelle sich vor Deutschland würde den Himmel über den Alpen mit einem riesigen Netz absperren. In der Folge könnten die Vögel im jahreszeitlichen Verlauf ihre Brutgebiete und Winterquartiere nicht mehr erreichen. Über die Jahre gehen die Bestände der Vögel zurück und die ersten Arten verschwinden. Nach einigen Jahren will man Abhilfe schaffen und macht ein Loch in das Netz. Ein sehr geringer Teil der Vögel mit guten Flugeigenschaften findet den Durchgang. Aus übergeordnetem öffentlichem Interesse baut man einige Jahre später im Hinterland jedoch Windkraftanlagen, in denen zusätzliche Vögel zu Tode kommen. Auf die Kritik von Vogelschützern beschließt ein Gericht zum Ausgleich noch ein zweites, etwas größeres Loch in das Netz zu machen. Eines Tages wird das gesamte Netz - angeblich durch die beiden Löcher - instabil und die Behörden beschließen die Fluglöcher in einer Nacht und Nebelaktion wieder zu verschließen. So oder so ähnlich hat es sich im übertragenen Sinne an dem Stauwehr der Elbe in Geesthacht im August 2019 abgespielt.

Den gesamten Artikel lesen Sie in der angefügten PDF.

DAFV, Olaf Lindner, Berlin/Geesthacht, 07 November 2019 11:21 Uhr