Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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Angler kämpfen gegen das Verbot von E-Motorbooten

In Brandenburg sind sie seit Januar auf Binnenseen erlaubt, in MV außerhalb der Wasserstraßen immer noch nicht.

PINNOW Dave aus Berlin möchte sein Schlauchboot mit einem kleinen Elektromotor ins Wasser eines Sees bei Schwerin schieben. Er kann es kaum glauben, als er hört, dass er das nicht darf. Auf allen Binnenseen Mecklenburg-Vorpommerns, die nicht zu Wasserstraßen gehören, sind Motorboote verboten. Auch Boote mit Elektromotoren. Dave muss mit einer Strafe zwischen 200 und 400 Euro rechnen, wenn er erwischt wird. Also schraubt er seinen Motor ab und rudert. Das nächste Mal wird er sein Wochenende in Brandenburg verbringen. Dort sind kleine E-Motorboote seit dem 1. Januar erlaubt.

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Angler müssen rudern

Der Landesanglerverband kämpft für eine solche Zulassung auch in MV. Die Mitgliedsvereine haben deshalb eine große Initiative gestartet. „Viele unserer Angler werden immer älter. Denen fällt es schwer, auf den See hinaus zu rudern, um ihrem Hobby nachzugehen“, kritisiert Mario Voigt, Umweltbeauftragter des Verbandes mit Sitz in Leezen. So wie zum Beispiel Eckhard Ribbeck, Chef des Brüsewitzer Anglervereins mit 150 Mitgliedern. „Das Durchschnittsalter bei uns ist jenseits der 50. Wir wünschen uns sehr, dass wir E-Motoren benutzen dürfen“, sagt er. Der 77-Jährige hat auch die Aufgabe, Gewässer zu kontrollieren. Das darf er ebenfalls nur rudernd. Es besteht die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen bei der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreise zu beantragen, doch die gehen damit völlig unterschiedlich um.

Landkreise regeln Ausnahmen sehr unterschiedlich

In Nordwestmecklenburg „muss der Antragsteller nachweisen, dass er aus körperlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, dauerhaft zu rudern, dass das Gewässer bereits langjährig genutzt wurde und das Boot dort einen rechtmäßigen Liegeplatz hat“, erklärt Sprecher Eik Schäfer. Die Gebühren für eine Zulassung betragen 120 Euro, bei einer Ablehnung 75 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten wurden 27 Genehmigungen erteilt.

Für den Landkreis Ludwigslust-Parchim erklärt Sprecherin Nadine Wien: „2018 wurden 388 E-Motorboote auf Binnenseen zugelassen, 2019 bisher 157, seit 2016 sind es insgesamt 700. Die Zulassung bedeutet nicht, dass sich mehr Boote auf den Seen bewegen.“ Die Genehmigung könne jeder beantragen, sie kostet für den ersten See 20 Euro, für den zweiten 15 und für den dritten 10 Euro.

Beispielhaft findet Mario Voigt den Umgang des Landkreises Rostock mit E-Motorbooten. Hier kann jeder die Zulassung beantragen, sie kostet 65 Euro für sechs Seen. Außer dem Antragsteller dürfen fünf weitere Personen das Boot führen. „Rund 400 Genehmigungen für den Betrieb von Booten mit E-Motoren auf Binnenseen wurden im Landkreis Rostock erteilt“, so Sprecher Michael Fengler. Mario Voigt hofft, dass es endlich landesweit eine gerechte Regelung für alle gibt. „Viele unserer Vereine haben für eine Zulassung Unterschriften gesammelt. Ich habe Kontakt zum Umweltministerium aufgenommen. Hoffentlich bewegt sich endlich etwas.“

Zulassung von kleinen Motorbooten auf Binnenseen in Prüfung

„Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt prüft ernsthaft, ob und wie einer Befahrenszulassung für kleine Motorboote auf Binnenseen der Weg geebnet werden kann“, antwortete Sprecherin Eva Klaußner-Ziebarth auf eine entsprechende Anfrage. „Die Definition, was als kleines Motorboot betrachtet werden kann, ist zunächst abzustimmen.“ Eine Zulassung müsse mit den wasserwirtschaftsrechtlichen und anderen Belangen wie dem Naturschutz vereinbar sein. Eine Regelung soll im Zuge der Novellierung des Landeswassergesetzes erfolgen. „Die Novellierung ist in der Koalitionsvereinbarung bis 2021 vorgemerkt und wird durch das Ministerium intensiv vorbereitet“, so Ziebarth.

 „Das Verbot von Motorbooten, egal ob Benzin- oder E-Motoren, auf Binnengewässern ist richtig und wichtig. Es gibt in MV ausreichend Wasserstraßen, die mit solchen Booten befahren werden dürfen“, sagt dagegen Manuela Heberer, Sprecherin des Nabu MV. „Jede Zunahme des Bootsverkehrs bedeutet eine zunehmende Störung der Tierwelt“, erklärt auch Mareike Herrmann für den Bund MV, der ebenfalls eine Lockerung ablehnt. „Es geht nur um Motorboote mit einem Kilowatt, die fahren Schrittgeschwindigkeit“, sagt Mario Voigt. „Da ist ein Ruderschlag lauter, als der Elektromotor.“

Quelle: https://www.svz.de/24540022 ©2019

https://www.svz.de/lokales/schwerin-umland/Angler-kaempfen-gegen-das-Verbot-von-E-Motorbooten-id24540022.html

SVZ.de von Katja Frick; 03. Juli 2019, 05:00 Uhr; Schwerin