Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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DFV: Rekordfänge zum Saisonbeginn in der französischen Glasaalfischerei

Rekordfänge zum Saisonbeginn in der französischen Glasaalfischerei

- Hoffnung auf eine gute Glasaalsaison -

-Wieder illegale Exporte nach Asien unterbunden -

Gute Nachrichten für den Aalbestand in Europa: Die französischen Glasaalfischer an den Atlantikzuflüssen im Süden melden große Fänge am Beginn der Fangsaison im Dezember. An der Adour und benachbarten Flüssen sollen die Fänge 4x so hoch sein wie in den Vorjahren. Normalerweise fängt ein Glasaalfischer durchschnittlich 7-8 Kilogramm Glasaale pro Nacht. Im Moment werden im Schnitt 35-40 kg von den Fischern gefangen. Die Hauptfangzeit beginnt in diesen Gebieten normalerweise erst in der dritten Januarwoche. Das führt stellenweise zu Lagerungs- und Absatzproblemen.

Die Glasaale werden zur Umverteilung in europäische Gewässer gefangen und tragen damit zur Stützung des Bestandes im Rahmen der europäischen Managementpläne bei. Ein Teil geht direkt in den menschlichen Konsum als traditionelles Gericht in Nordspanien und Südfrankreich zu Weihnachten und zum Jahreswechsel.

Diese Nachricht macht Hoffnung, dass die Glasaalrekrutierung in diesem Jahr deutlich über dem Niveau der letzten Jahre liegen könnte. Gewissheit darüber wird es allerdings erst am Ende der Saison geben.

Währenddessen erzielt der Zoll in Europa weitere Erfolge bei der Bekämpfung des illegalen Exports von Glasaalen nach Asien. Anfang Dezember entdeckten die Beamten am Frankfurter Flughafen in 3 Koffern rund 30 kg Glasaale, die aus Frankreich stammten und nach Vietnam geschmuggelt werden sollten. Die Aale wurden beschlagnahmt und am gleichen Tag in den Rhein ausgesetzt. Kurz vor Weihnachten fanden Mitarbeiter eines thailändischen Flughafens in drei großen Paketen etwa 700 kg Glasaale. Die thailändischen Behörden schätzten den Wert der Glasaale auf etwa 40 Millionen Baht (über 1 Millionen €). Die Tiere waren am 19. und 20. Dezember auf zwei Flügen aus Rumänien in Bangkok angekommen. Die derzeit beobachtete Glasaalmenge macht deutlich, dass das drängendste Problem des Europäischen Aals nicht mehr im europäischen Glasaalaufkommen und damit der Beschaffung von Besatzmaterial zu suchen ist, sondern vielmehr in der Verteilung der ankommenden Glasaale. Die Forschung hat es bisher noch nicht geschafft, Aale unter kontrollierten Bedingungen zu vermehren.

Hintergrund:

Traditionell startet die Glasaalsaison in den letzten Monaten des Jahres in Spanien und Portugal. Anschließend geht der Glasaalfang in Frankreich weiter, bis die Saison etwa im April/Mai in England endet. In Deutschland erscheinen die Tiere ebenfalls im Zeitraum April/Mai.

Laut der EU-Aalverordnung sind die Länder mit Glasaalfang dazu verpflichtet, 60 % ihrer Fänge für Besatzmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Die anderen 40 % können für den menschlichen Konsum bzw. als Besatzmaterial für Aquakulturanlagen verwendet werden.

Europol schätzt, dass in der letzten Glasaalsaison 100 t Glasaale illegal aus der EU nach Asien exportiert wurden. Die Glasaalfangquote in Frankreich in der Saison 2017/2018 betrug 65 t. Branchenkenner gehen davon aus, dass in Asien um 2.000 € je kg lebender Glasaale erlöst werden können.

PM Claus Ubl, Deutscher Fischereiverband e.V., Hamburg