Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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Angler vs. Kormoran: Streit im Fanggebiet

Angler in MV warnen: wachsender Kormoranbestand bedroht Fischvielfalt. Verband fordert Bestandsregulierung

Unruhe an den Fischgründen: Die massenhafte Ausbreitung der geschützten Kormorane in MV macht den Freizeitanglern den Fang streitig. So sei in Seen in den Nistgebieten der gefiederten Fischjäger die natürliche Altersstruktur der Bestände durcheinandergeraten, kritisierte Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbandes MV. Angler und Fischer hätten beobachtet, dass es beispielsweise am Untersee des Krakower Sees immer weniger und immer kleinere Barsche gebe. Große Fische fehlten. „Das ist untypisch“, meinte Brillowski. Die Hunderte Paare zählende Brutkolonie der Kormorane am geschützten Obersee habe sich aus Mangel an Nistmöglichkeiten auch auf den Untersee ausgebreitet. Der Jagddruck der Tiere sei so groß, sagte Brillowski. Es gebe Indizien dafür, dass nach der Ausbreitung der Kormorane am Ober- auf den Untersee die gängigen Fischgrößen aus dem See verschwunden seien. „Die Kormorane entnehmen mehr Fisch aus den Seen, als eine nachhaltige Fischerei zulässt“, meinte Brillowski. Der Verband hatte daher bei der Naturschutzbehörde erneut beantragt, die Vögel in dem neuen Nistgebiet zu vergrämen. Gleichzeitig sollten Untersuchungen Aufschluss über die Arten und die Altersstruktur der Fischbestände geben. Inzwischen sei der Antrag aber erneut abgelehnt worden, kritisierte Brillowski. Der Verband wolle dagegen Widerspruch eingelegen.

Den Anglern geht der Vogelschutz zu weit: In Dänemark sei eine Studie zu dem Schluss gekommen, dass die einzige Möglichkeit, Fische in Europas Flüssen zu schützen, die Reduzierung der Kormoran-Bestände sei, berichtet der Anglerverband. „Der Fraßdruck der Kormorane scheint ein Ausmaß angenommen zu haben, welches den Zusammenbruch der Äschen- und Bachforellenbestände in vielen dänischen Flüssen erklärt“, so die Studie.

Der Verband drängen auf Entscheidungen: Die Bestände müssten auch in Schutzgebieten reguliert werden, forderte Brillowski. Dazu sollte auch die gezielte Tötung von Kormoranen zugelassen werden. „Wir schützen den Kormoran nicht, wir züchten ihn, weil er sich ungehindert ausbreiten kann“, meinte Brillowski. Zudem müsse die in der Kormoranverordnung geregelte zeitlich befristete Vergrämung von Brutpaaren auf weitere Monate ausgedehnt werden.

Die Zahl der Kormorane in MV hatte 2017 einen neuen Höchststand erreicht. Im Land waren nach Angaben des Umweltministeriums 14 300 Brutpaare registriert worden – die Hälfte aller Brutpaare in Deutschland und doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Seinerzeit war die EU Brillowski zufolge davon ausgegangen, dass 8000 Brutpaare für den Bestandserhalt ausreichen würden. Einem Gutachten der Uni Rostock zufolge müssten jährlich 7500 Brutpaare vom Brüten abgehalten werden, um einen Bestandsrückgang zu erreichen. Eine generelle Abschussgenehmigung hatte der Landtag 2017 abgelehnt. 

Quelle: https://www.svz.de/20337447 ©2018

SVZ.de; von Torsten Roth; 04.7.2018, 11:45 Uhr; Schwerin