Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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SVZ: Fangrechte MV: Anglern drohen Fangverbote - Verband kritisiert Ungleichbehandlung

Selbst in Randzonen der Gebiete  hätten die Angler das Nachsehen, kritisierte  Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbandes. So laufe beispielsweise der Pachtvertrag für den Witt-See am Rand des Müritz-Nationalparks im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Ende 2019 aus. Die Berufsfischerei bleibe  hingegen mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung erlaubt. Die Entscheidung stoße bei den Anglern auf Unverständnis. Damit gehe Dutzenden Anglern des dortigen Vereins ein Fanggebiet verloren, erklärte Brillowski. Eine Kompromisssuche sei bislang erfolglos geblieben. Inzwischen sei allein im Müritz-Nationalpark von den bislang zwölf gepachteten Seen an einem Großteil das Freizeitangeln nicht mehr erlaubt.

Fangverbote auch anderorts: So gebe es offenbar Pläne, auch in den Boddengewässern in der Region Fischland-Darß-Zingst das Angeln zu begrenzen, sagte der Verbandschef. Nach bereits verhängten Verboten für die Freizeitfischer nahe der Kadettrinne und der Rönnebank in der Ostsee sei  mit immer mehr Einschränkungen zu rechnen. Während Hobbyfischer ihre Ruten nicht mehr auswerfen dürften, könnten Berufsfischer ihre Netze aber weiter ausbringen. Auch bleiben Schifffahrt, Probebohrungen oder   Fahren von  Sportbooten erlaubt.

„Da werden Unterschiede gemacht, die für  Angler nicht mehr nachvollziehbar sind“, sagte Brillowski und  forderte von Naturschutzbehörden ein anderes Verständnis. Naturschutz gleich Nutzungsverbot: „Wenn das so weitergeht, wird der Naturschutz bei immer weniger Menschen Akzeptanz finden“, warnte der Angler-Präsident: „Dann wird nicht mehr das geschützt, was eigentlich schützenswert ist.“

Der Anglerverband forderte von der Landespolitik mehr Unterstützung. Zwar würden die Probleme der Freizeitangler in der Öffentlichkeit wahrgenommen, in der Landespolitik fehle es aber an Fürsprechern, sagte Brillowski. Da „bewegt sich nicht viel“. So stehe z. B. trotz Zusagen des Landes, den Anglerverbänden die Prüfungsberechtigung wieder zu übertragen, eine Entscheidung noch immer aus.

Torsten Roth, SVZ, 14.4.2018