Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

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Rügendamm-Angeln – LAV rang mit Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt um Duldung der Angler

Bundesbehörde bleibt hartleibig bei Angelverbot

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt forderte am 22. März die Wasserschutzpolizei zur Durchsetzung des Angelverbotes für 2018 auf.  

Gerade war für 174.000 EURO eine Angelwurfbegrenzung errichtet worden, Auftraggeber das Landesverkehrsministerium. Von dort kam am 16. März grünes Licht für die Angelsaison 2018 auf der Rügenbrücke.

Minister Christian Pegel hatte die Duldung des Angelns vom Rügendamm eben verkündet, da machte sich Bundesamtsleiter Holger Brydda auf und kippte die Duldung der Angler. Der LAV MV reagierte mit Unverständnis und Ärger und suchte das klärende Gespräch mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Stralsund.

Verhandlung des LAV mit Bundesbehörde

Der LAV reiste zu einem kurzfristig anberaumten Gesprächstermin.

Am 27. März trafen sich im Stralsunder Schifffahrtsamtsleiter Brydda, zwei weitere Mitarbeiter der Bundesbehörde, zwei Vertreter der Wasserschutzpolizei sowie der Oberbürgermeister der Hansestadt, Dr. Alexander Badrow. Der OB bezog klar Position für die Angler und bekräftigte mehrfach, er habe einen Bürgerschaftsbeschluss als Vertreter der Einwohner von Stralsund.

Axel Pipping, LAV-Geschäftsführer, unterstrich ebenfalls seine Position: „Wie kann es sein, dass das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erst jetzt auf das gesetzlich seit Jahrzehnten bestehende Angelverbot vom Rügendamm pocht, wo doch gerade für sehr viel Geld die Angel-Wurfbegrenzung errichtet wurde. Das Landesverkehrsministerium duldet das Angeln, das Bundesschifffahrtsamt nicht.“

Amtsleiter Brydda führte als Argumente auf, für die Sicherheit auf der Wasserstraße verantwortlich zu sein. Zudem verhindere die Wurfbegrenzung nicht die Weitwürfe, wie von einem organisierten LAV-Angler mit einer ca. 3 Meter langen Rute selbst bewiesen worden sei, des Weiteren rissen viele Fische von den Haken ab, kämen aus 15 Metern Höhe fallend zu Schaden. Es wäre also weder eine höhere Verkehrssicherheit noch das waidgerechte Anlanden der Tiere gegeben, so Brydda.

Pipping appellierte nachdrücklich an die Vernunft der beteiligten Gesprächspartner. Sinnvoll sei doch, nun, da die teure Wurfbegrenzung zur Einschränkung der Angelaktivität und zum Schutz der Verkehrsteilnehmer errichtet sei, deren Wirkung zumindest einmal in dieser Saison zu testen.

Der LAV-Geschäftsführer unterbreitete des weiteren Angebote, wie ein vierwöchiges Zeitfenster, in dem das Angeln ermöglicht würde, eine vorgeschriebene kürzere Rutenlänge, die die Verkehrssicherheit zusätzlich gewähre und das waidgerechte Anlanden der Heringe absichere. Auch eine verstärkte Kontrolle  durch ehrenamtliche Fischereiaufseher wurde seitens des LAV angeboten.

Das Bundesamt blieb hart. Brydda bekräftigte abschließend: „Der Bund ist unbeirrbar und sieht seine Direktive allein im Schutz der Schifffahrt.“

Claudia Thürmer; LAV MV, Görslow/ Stralsund, den 28.03.2018