Aktuelle Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen aktuellste Informationen und Mitteilungen des Landesfischereiverbandes MV e.V. geben, sowie in komprimierter Form aktuelle Hinweise, Hintergrundberichte oder Pressemitteilungen veröffentlichen.



Verlauf der Glasaalsaison 2017/18 macht Hoffnung

Die Glasaalsaison an der spanischen und französischen Atlantikküste begann im Winter mit schwachen Ergebnissen. Temperaturbedingt gab es nur eine zurückhaltende Zuwanderung des Aal-Nachwuchses. Im weiteren Verlauf stiegen die Fänge deutlich an, so dass die Aus­fischung der legalen Quote deutlich schneller erfolgt als in den Vorjahren.

In Großbritannien führte die Kälteperiode Ende März zu einem verspäteten und verhaltenen Saisonbeginn, aber mit steigenden Temperaturen sind auch dort größere Mengen junger Aale in die Flüsse eingewandert. Zur Zeit gibt es auch dort gute Fänge.

Branchenkenner sehen diese Frühindikatoren als ein gutes Zeichen für eine positive Entwick­lung des Aalbestandes.

Dementsprechend gab es eine ganze Reihe von erfolgreich durchgeführten Besatzaktionen im norddeutschen Raum (z. B. Schlei, Müritz, Weser, Elbe) und darüber hinaus. Diese Maß­nahmen sind wichtig, um die Bewirtschaftungsziele der Aalmanagementpläne für die einzel­nen Flussgebiete zu erfüllen. Die Fischerei bringt für diese Besatzmaßnahmen erhebliche Eigenmittel auf, die mit staatlicher Förderung aus dem europäischen Fischereifond EMFF und Landesmitteln unterstützt werden.

Großes Problem sind illegale Exporte: „Gewinnmargen wie im Drogenhandel“

Auf den Flughäfen von Lissabon, Valencia und Madrid wurden erstmals mehrere Partien Gla­saal vom Zoll beschlagnahmt, die illegal nach Asien geschmuggelt werden sollten. Es han­delte sich jeweils um mehrere hundert Kilo, die von den Behörden in die Flussmündungen zurückgesetzt wurden.

In Spanien wurden vor wenigen Tagen Mitglieder einer kriminellen Organisation festgenom­men, die illegale Glasaalexporte organisiert haben sollen.

Nach Schätzungen von Branchenkennern können diese „Exporte“ die legalen Fänge über­treffen. Die Gewinnspannen sind in diesem Geschäft lukrativ: Wenn man in Spanien oder Portugal 200 Euro/kg für lebende Glasaale an den Fischer bezahlt, kann man damit auf asiatischen Märkten bis zu 2.000 Euro erlösen.

DFV-Präsident Ortel stellt fest:“ Diese Margen reichen fast an den Drogenhandel heran. Für den Aalbestand in Europa ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese illegalen Geschäfte gestoppt werden und die Fische dem Besatz nordeuropäischer Gewässer zur Verfügung stehen.“

Die EU hat Aalmanagementpläne für die Mitgliedsstaaten aufgestellt. Sie müssen jetzt konse­quent umgesetzt werden.

Deutscher Fischerei-Verband e. V.; Hamburg; 16.4.2017; Kontakt: Geschäftsstelle DFV – 040 31 48 84