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Errichtung einer Fischaufstiegshilfe am Sudeabschlusswehr in Boizenburg
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
Standort
Das Sudeabschlusswehr befindet sich ca. 1500 m westlich des Hafens Boizenburg. Hier mündet seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die Sude in die Elbe. Das Gewässerbett der Sude wurde damals in Fließrichtung von der Ortslage Gothmann in Richtung Boizenburg um ca. 2,8 km verlängert, um Vorflut für die landwirtschaftlichen Flächen und ein niedrigeres Hochwasserniveau zu erzielen.
Situationsbeschreibung
Das Sudeabschlusswehr dient der Kehrung von Hochwasserspitzen der Elbe und der Stauregulierung der Sude in den abflussarmen Sommermonaten. In dieser Zeit waren die Hauptschütztafeln geschlossen und die Stauregulierung erfolgte über in den Tafeln angeordnete Segmentverschlüsse. Die Durchgängigkeit für Fische und Fischnährtiere war dann nicht gegeben. Ein ersatzloser Rückbau des Wehres ist aus den eingangs genannten Gründen nicht möglich. Die Fischaufstiegsanlage (FAA) muss sich in die Funktionsweise des Wehres integrieren und dessen Aufgaben berücksichtigen.
Zielstellung
Die Maßnahme dient dem Schutz und der Entwicklung der Wasserflora und –fauna. Um die Sperrwirkung des Sudeabschlusswehres für Fische und Fischnährtiere zu überwinden und somit deren Bestände und Artenvielfalt wieder zu erhöhen, wurde oberhalb des rechten Wehrfeldes des Sudeabschlusswehres eine naturnah gestaltete Fischaufstiegsanlage in naturnaher Bauweise (Sohlrampe in Riegelbauweise) hergestellt.
Die Maßnahme dient auch der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, welche u.a. die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern fordert.
Baudurchführung
Das Gewässerprofil der Sude wurde durch den Einbau einer als Verlängerung des Strompfeilers in der Gewässerachse liegenden 91,7 m langen Spundwand geteilt. Anschließend wurde der Bereich der FAA durch eine temporäre Schottwand verschlossen. Das der FAA vorgelagerte Schütz des Sudeabschlusswehres wurde ebenfalls gesetzt und das so entstandene Becken konnte vollständig entleert werden. Nun konnten mittels einer bauzeitlichen Wasserhaltung die Arbeiten innerhalb einer „trockenen“ Baugrube durchgeführt werden. Im ersten Schritt wurde das Planum auf die erforderliche Höhe ausgekoffert und der Unterbau aus Wasserbausteinen auf einem Geotextil aufgebaut. Anschließend erfolgte das Setzen der 13 Riegel aus Findlingen. Die größten Steine haben einen Durchmesser von etwa 1,5 m. Der Höhenunterschied zwischen den Riegeln beträgt ca. 10 cm, der Abstand zueinander 5 Meter. Nach dem Setzen der Riegel wurde als Sohlsubstrat eine Steinschüttung aus rundkörnigem Material eingebracht. Mit Fertigstellung der Arbeiten konnte die temporäre Schottwand entfernt werden.
Erste Vorplanungen zur Errichtung der FAA wurden bereits 1995 erarbeitet. Baubeginn war schließlich am 19.07.2010. Im August 2010 begann der Wasserspiegel der Elbe stark zu steigen. Am 11.08.2010 mussten die Arbeiten eingestellt werden, da die Stahlspundwand überflutet wurde. Bis Mai 2011 ließen die Wasserstände ein Weiterarbeiten nicht mehr zu. Erneuter Baubeginn war dann am 23.05.2011. Am 28.07.2011 konnte die temporäre Schottwand gezogen und das Wehrfeld des Sudeabschlusswehres unterhalb der FAA geöffnet werden.
Am 24.08.2011 erfolgte die Bauabnahme der FAH Sude Boizenburg und die Anlage wurde offiziell in Betrieb genommen.
Die Sude
Die Sude entspringt in einem Wald nahe dem Schwarzen Moor zwischen Renzow und Groß Welzin, um von dort nach Osten hin den Dümmer See zu durchqueren. Anschließend fließt ihr Wasser in südlicher Richtung ab und dabei östlich an Hagenow vorbei. Danach verläuft der Fluss in einem recht langgestreckten Rechtsbogen nach Westen, durchquert die niedersächsische Gemeinde Amt Neuhaus und mündet westlich von Boizenburg an Elbflusskilometer 559,52 in die Elbe, die in diesem Bereich teilweise Grenzfluss zu Niedersachsen ist. Unterhalb der Bundesstraße B5 bei Redefin ist die Sude ein Gewässer erster Ordnung und somit in der Zuständigkeit des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg.
Von 1842 an mündete die Sude nach Verlängerung bei Elbkilometer 557 bei Gothmann in die Elbe. Die jetzige Mündung wurde 1983 in den Boizenburger Hafen verlegt.
Finanzierung
Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF) und aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
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