Landesfischereiverband MV e.V.
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Grußwort des DFV-Präsidenten H. Ortel Bericht des Präsidenten N. Kahlfuss
Mitgliederversammlung des Landesfischereiverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Andreas Schlüter, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz des LFV M-V e.V.

Am gleichen Ort, an dem im Jahre 1994 der Landesfischereiverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. gegründet wurde, fand am 16.04. die diesjährige Mitgliederversammlung des LFV M-V e.V. statt.
Obwohl der Landwirtschaftsminister, Herr Dr. Backhaus wegen anderer Verpflichtungen absagen musste, waren wichtige Gäste vertreten.
So konnte der Präsident des DFV, MdB Holger Ortel, Europaabgeordneter Werner Kuhn, Vertreter aller demokratischen Parteien des Landtages MV und Vertreter der Landesregierung sowie von Landesbehörden begrüßt werden.
Der Präsident des Landesfischereiverbandes MV, Norbert Kahlfuss, zog die Bilanz der Arbeit des LFV im vergangenen Jahr und beleuchtete auch die Situation in den 4 Teilverbänden.
Dabei gab es eine ganze Reihe von negativen Einflüssen, die die Arbeit der Kutter-, Küsten-, Hochsee- und Binnenfischer sowie die Angler in ihrer Existenz bedrohen bzw. behindern.
Ein natürliches Problem für alle Fischereizweige war der kalte und lange Winter. Er sorgte für eine allgemeine Verzögerung der natürlichen Prozesse im Meer und in den Binnengewässern sowie für zwangsweise Stillliegetage mit entsprechenden Ertragsausfällen.
Den Kutter- und Küstenfischern machte neben der immer weiter ausufernden elektronischen Überwachung sämtlicher Bewegungen der Boote und Kontrolle der Fänge die erneute Quotierung der Heringsfänge sehr zu schaffen, die Binnenfischer haben immer mehr Auflagen bezüglich des Natur- und Artenschutzes zu beachten (Fischotter, Kormoran, FFH-Managementpläne etc.), der Aalfang und die –Vermarktung nehmen noch groteskere Formen der Dokumentation an und die Angler versucht man immer mehr durch Auflagen, Verbote und Sonderregelungen - auch von ihren gepachteten Gewässern - zu verdrängen. Von einer Hochseeflotte des Landes Mecklenburg-Vorpommern kann angesichts von 4 Schiffen, davon ein Grundfänger und 3 pelagische Schleppnetzfänger, kaum noch die Rede sein.
Insofern ist die Situation von Fischern und Anglern alles andere als zufriedenstellend. Das kam in der Rede von Herrn Kahlfuss sehr deutlich zum Ausdruck.
Als erster Gastredner ergriff Herr Ortel das Wort.
Gerade im Hinblick auf die Kormoranproblematik machte er deutlich, dass es beim Gerangel um Zuständigkeiten schon peinlich ist, wie sich die Koalitionsparteien in der Regierung den „Schwarzen Peter“ gegenseitig zuschieben und erst die Bundeskanzlerin per Machtwort die Kompetenz klären konnte. Genauso verhielt es sich bei der Übergabe der 100.000 Unterschriften gegen ungebremstes Wachstum der Kormoranpopulation in Deutschland. Keiner fühlte sich dafür zuständig. So landete die Sammlung bei Frau Merkel.
Herr Ortel betonte, dass es von EU-Seite vorerst kaum länderübergreifende Regelungen geben wird und deshalb die nationalen Regierungen in dieser Frage gefordert sind. Der Bundestag muss entscheiden, damit es in dieser Hinsicht voran geht.
Eine weitere sehr bedenkliche Tatsache sei es auch, dass hinter der EU-Kontrollverordnung für die Küstenfischerei eine zunehmende Bürokratisierung steht, eine Erhöhung der Kosten durch z.T. überzogene Überwachungsmaßnahmen auf die Fischer zukommen und Bestrafungen für nicht exakt definierte Verstöße bis hin zum Berufsverbot geahndet werden können.
Sein Bedauern drückte der DFV-Präsident über die Tatsache aus, dass die beiden deutschen Anglerverbände nach so langer Diskussionszeit noch nicht vereinigt sind.
Das Mitglied des EU-Parlaments und der EU-Fischereikommission, Herr Werner Kuhn, bestätigte, dass die Musik auch im Hinblick auf die Fischerei in Brüssel gespielt werde. Auf Grund der Stärke der Flotten in Spanien, Griechenland und Italien gäbe es ein Nord-Süd-Gefälle der Machtposition der Fischerei. Eine zeitlich befristete Stilllegung mit Ausgleichszahlungen kann nicht die Lösung sein, da die Gefahr der gänzlichen Stilllegung im Raum stehe.
In Mecklenburg-Vorpommern dürfe dieser alteingesessene Berufszweig nicht aussterben. Nicht zuletzt der Tourismus profitiert von der Ausübung des traditionellen Handwerks.
Leider gab es von den Gästen aus Ministerium und Landtagsfraktionen auf die vielen im Raum stehenden Fragen aus der Fischerei keine befriedigenden Antworten. Entweder wurde auf Möglichkeiten verwiesen, die auch bestehende Gesetze bieten sollen (Ausnahmeregelungen bei Kormoranbekämpfung), gegen Verklappung von Steinen am Ruden und Gr. Stubber hätte der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer angeblich keine Einsprüche gehabt, der Fischotterschutz sei sehr diffizil zu betrachten, die große Zahl der in Fischernetzen verendeten Seevögel sei angeblich beweisbar, die Kostenübernahme für die Kadaverentsorgung nach den winterbedingten Fischsterben im letzten Jahr war von rechtlicher Seite zwar klar geregelt, die Aneignung dieser Kadaver war jedoch der Grund, warum die eigentlich zuständigen Stellen die Rückerstattung der Kosten erfolgreich ablehnen konnten.
Fragt sich nur, wie man die Entfernung toter Fische aus den Gewässern und deren Entsorgung als Aneignung deklarieren kann.
Seitens des Landesanglerverbandes M-V e.V. warnte dessen Präsident, Herr Prof. Dr. Brillowski, vor zwei zu erwartenden Änderungen. So gäbe es eine Broschüre des Bundesamtes für Naturschutz, in welcher die „Gute fachliche Praxis in der Binnenfischerei“ vorgeschrieben werde, die aber eine Reglementierung der Ausübung des Fischens darstelle. Gleiches wäre durchaus auch für das Angeln zu erwarten.
Die zweite Information befasste sich mit der geplanten Rückwidmung der Bundeswasserstraßen mit zu erwartenden erheblichen Auswirkungen auf die Fischereibetriebe. Auch dadurch werde den Fischern das Leben schwerer gemacht.
Sehr deutliche Zahlen hatte auch der Bewirtschafter einer großen Teichwirtschaft, Herr Stahl, zu bieten. Einen solchen Betrieb kostendeckend zu führen, sei derzeit ohne Abschuss/Vergrämung der Kormorane nicht möglich.
Die Verlustrate bei zweisömmrigen Karpfen beträgt ansonsten über 50 %.
Ebenso könne man durch die – ausdrücklich erlaubte – Verhinderung der Neubildung von Kolonien der Schadenslage Herr werden.
Letztlich bringen auch Abschüsse an Teichen geringe Erfolge, diese sind jedoch sehr zeitaufwändig und kostenintensiv.
Ohne Eingriffe in die Brutkolonien (auch in geschützten Gebieten) wird es kein erfolgreiches Kormoranmanagement geben.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Fischer und Angler Mecklenburg-Vorpommerns vor schwierigen Aufgaben stehen und die Situation in der Zukunft keinesfalls leichter werden wird.
Sie erwarten, dass es genügend Hilfestellungen durch Ämter, Institutionen von Land und Bund geben wird, um den Berufszweig zu erhalten.

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